Das traurige Elend im Elend ...
... schlägt auch nach den Bombenanschlägen in Mumbai/Bombay zu.
Heute kam raus, dass ein Bauarbeiter in den Schmerzensgeld bzw. Entschädigungszahlungen für die Opfer der Anschläge seine große Chance sah. Als er davon hörte, dachte er sich fix die passende Geschichte aus: Vater war mit dem Zug unterwegs, war lange nach der verabredeten Zeit nicht zu Hause, also musste er jetzt tot sein. Irgendwie konnte er das Krankenhauspersonal davon überzeugen, dass das sein Vater ist. Vielleicht hat sein kleiner Sohn dabei geholfen, der mit seinen Kulleraugen auch die Fernsehreporter fasziniert hat. Schon war die dreiköpfige Familie in der Dauerschleife der Nachrichtensender.
Heute kam dann die Entschuldigung des Senders an die wirkliche Familie des Opfers. Und schonungslos die Aufkläung des Falls:
Die Frau des Bauarbeiters ist an Tuberkulose erkrankt. Als Bauarbeiter kann er sich nicht im Traum eine richtige Behandlung seiner Frau leisten. Da lag der Schluss nahe sich das Geld zu sichern, dass die Familien der Opfer bekommen. Wie viel das ist, wurde nicht gesagt. Auf jeden Fall hat die Familie das durchgezogen und den Fremden sogar beerdigt bzw. verbrennen lassen. Die wirkliche Familie war erstmal ziemlich geschockt, aber hat sich dann faszinierender Weise für den Mann eingesetzt, als sie die Beweggründe gehört haben. Außerdem war die Familie beruhigt, da der Bauarbeiter ihren Vater nach der hinduistischen Tradition beerdigt hat.
Jetzt hat auch die Polizei ein Auge zugedrückt und er muss nur drei Monate hinter Gitter, weil keiner der Beteiligten will, dass der kleine Knirps von Sohn zu lange leiden muss.
Wednesday, July 19, 2006
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1 comment:
Na, wenn das nichts für den Weser Kurier wäre, dann weiß ichs auch nicht...
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