Nachtrag ethnic day:
Lange ist es jetzt her, aber versprochen ist versprochen.
Der Ethnic Day am MIC, schon lange haben Mareike und ich nicht mehr für so viel Aufregung gesorgt. Morgends um 8 hatten wir ein Date mit zwei Mädels, die uns in unsere Sarees gewickelt haben. Bei Mareike ging das von der Größe her noch ganz gut, bei mir gab es da schon größere Schwierigkeiten. Was komm ich auch auf die Idee Absatzschuhe zu tragen!?! ;-) Führte dann auch dazu, dass ich um Einiges größer war als der Rest an dem Tag, obwohl einige Mädels waghalsige Plateauschuhe unter ihren Sarees versteckt hatten.
Da die Mädels mit voller Hingabe auch noch unseren Frisuren – ich wurde genötigt meine Haare offen zu lassen – und unserem Make-up gewidmet haben, dauerte alles etwas länger als erwartet. So habe ich es dann auch noch geschafft eine halbe Stunde zu spät mit Aarti zur Vorlesung zu kommen. Aber wir hatten ja auch einen verdammt guten Grund.
Den Tag über haben sich dann alle fast überschlagen beim Komplimente verteilen. Kann ruhig öfter vorkommen wie ich finde. Kann man sich dran gewöhnen. Selbst die Lehrer sind aus ihren Büros gekrochen, um uns zu begutachten. Ziemlich lustig das Ganze!
Leider war es an dem Tag aber sowas von warm, dass wir die meiste Zeit vor allem mit Schwitzen beschäftigt waren. Was dazu führte, dass ich mehrmals mein Bindi verloren habe und irgendwann war es dann ganz verschollen. Hat aber auch keinen mehr interessiert. Außerdem waren wir gefangen in der Zwickmühle aus „Bloß nicht hinsetzen, sonst komm ich nicht mehr hoch!“ und „Meine Füße bluten schon fast, ich kann nicht mehr stehen!“. Noch dazu hatte sich in einem meiner Schuhe das Markenschild gelöst, der Kleber ist aber an der Sohle geblieben, was dazu geführt hat, dass der Schuh an meinen Füßen festgeklebt hat. Folge: böse Blase unterm Fuß! Aber wie hat mein Opa immer gesagt: „Wer schön sein will, muss leiden!“ Schön war ich wohl – haben zumindest alle anderen gesagt, ich hab mich nur auf Bildern ganz gesehen – und gelitten habe ich für drei! Einige haben vorgeschlagen mich direkt an den Mann zu bringen, ich würde ja schließlich aussehen wie eine echte indische Braut. (Wie war das nochmal mit rot als Farbe für den Hochzeitssaree?)
Da es so heiß war, habe ich ordentlich Wasser in mich reingekippt. Nach einer Weile ist mir dann eingefallen, dass das vielleicht keine so gute Idee ist. Im Stehen ist es ja nicht so schwierig den Saree einigermaßen unter Kontrolle zu halten. Aber ein Gang zum Klo wäre in der Katastrophe geendet. Die Klos im MIC stehen sowieso schon permanent unter Wasser und sind tierisch eng, ganz zu schweigen davon, dass fünf Meter Stoff nicht wenig sind. Wundersamerweise habe ich die 4 Liter Wasser aber irgendwo in meinem Körper verstaut oder ausgeschwitzt auf jeden Fall hatte ich noch nichtmal den Drang aufs Klo zu gehen, dem Himmel sei Dank.
Aufgrund der brütenden Hitze und der Tatsache, dass ungefähr tausend Leute kommen wollten, um uns zu begutachten, haben wir uns für den Food Court als Ort des Mittagsessens entschieden. Das Ding hat den großen Vorteil, dass es eine Klimaanlage hat, aber den Nachteil, dass es direkt am Hauptgebäude der Universität ist und ziemlich groß, das heißt ziemlich viele Leute zur Mittagszeit.
Wir aber tapfer uns irgendwie in die Rickshaw gepackt und unseren großen Auftritt genossen. Starren die Leute uns ja so schon genug an, drehten sich in Sekundenbruchteilen ALLE Leute um, als wir aus der Rickshaw gestiegen sind. Ich glaube, so muss sich ein Superstar fühlen.
Nach dem Essen haben wir dann auch noch ein bisschen was zum ethnic day beigetragen, denn Stefan hat als neuer Deutschlehrer ein bisschen Galgenmännchen mit deutschen Begriffen gespielt. Den Mädels hat es auf jeden Fall gefallen! ;-)
Nachmittags gab es noch ein bisschen Sing-, Tanz- Irgendwas-Programm, aber so sehr lange haben wir es da nicht mehr ausgehalten. Mareike war schließlich noch krank und ich konnte einfach nicht mehr stehen.
Zurück im Hotel hatten wir dann zu kämpfen wieder aus unseren Seidenhaufen (gell, Marie) rauszukommen. Und ich habe mich schon so lange nicht mehr so über eine kalten Dusche gefreut. Danach noch fix zum Essen und ich war wieder ein ganzer Mensch!
Alles in allem ein toller, wenn auch echt anstrengender Tag! Eins verspreche ich aber, ich werde mich bei der Hochzeit mit Händen und Füßen dagegen wehren meine Haare offen zu lassen, das war einfach zu anstrengend!
No comments:
Post a Comment