Sunday, July 30, 2006

Rückflug verschoben ...

... auf den 6. Januar 2007.

Grund: die indische Bürokratie!

Dachte einer nach unseren Berichten über das Drama mit dem Visum schon: "Oh mein Gott!", wird er jetzt wahrscheinlich in Ohnmacht fallen.
Es gibt für Indien die Regelung, dass sich, wer mehr als 180 Tage im Land bleiben will, bei der jeweils zuständigen Behörde melden muss. Und das innerhalb der ersten 14 Tage.
Ich wusste von dieser Regelung, hab aber beim Ticket buchen nicht eine Sekunde dran gedacht. Ergebnis: Aufenthaltsdauer 182 Tage!
Kirsten hat vor einem Jahr noch berichtet, dass mit Jerry Joseph im Schlepptau alles ganz easy funktioniert. Ich also frohen Mutes bei ihm angerufen. Erste Ernüchterung, er ist befördert worden und sitzt jetzt im Mahe Main Building, ist also für das MIC eigentlich gar nicht mehr zuständig. Aber, der Kunde ist König und der Gast Kaiser, sollte ich zu ihm ins Büro kommen, er würde mir schon helfen.
Mareike freute sich schon, den sie hatte schon vorher beschlossen ihren Flug zu verschieben. War also aus dem Schneider!
Erstes größeres Problem war den guten in dem riesigen Gebäude zu finden, da scheinbar auch noch nicht jeder mitbekommen hatte, dass er jetzt da sitzt. In der letzten Ecke eines Großraumbüros haben wir ihn gefunden.
Erst hat er mir erklärt, wie wir zum Office des Obermuftis der Circle Police kommen (oder so ähnlich, schon wieder verdrängt) um das Formular abzuholen. Da soll jeden Mittwoch und Samstag einer aus Udupi (nächstgelegene Stadt) kommen, der nur für die Visaverlängerung zuständig ist. Glücklicherweise war Mittwoch, wir da also zuversichtlich hingestapft. Das kleine Kabuff haben wir auch gefunden, sind aber mit den schlichten Worten "cancelled" empfangen worden. Tolle Sache, also wieder zurück zu Jerry.
Der ahnte schon nichts gutes, als wir sofort wieder aufgekreuzt sind. Einzige Lösung: direkt nach Udupi und das Formular zu besorgen.
Adresse hat er von seinem Kollegen geholt, der glücklicherweise auch eine Liste hatte mit den Dingen, die ich mit einreichen muss. Ich lass euch mal daran teilhaben:

- Registration form (6-seitiges Formular)
- Passbilder
- Kopien des Passes
- Kopien des Studentenvisums
- Kopien des Studentenausweises
- Aids-Test Ergebnis (nur der MAHE-eigene Test wird akzeptiert; um den machen zu können, muss aber erst ein Brief vom MIC an das Krankenhaus geschickt werden)
- Brief der Bank mit Kontonummer und Eröffnungsdatum
- Bestätigung meiner finaziellen Sicherheiten von einem Anwalt (das regelt das MAHE, ohne eine Bestätigung meiner Eltern oder einen Blick auf mein Konto oder einer Bestätigung des DAAD - wenn das mal nicht Bestechung pur ist)
- ein bonafide certificate vom Dean (ich hab mir nicht die Mühe gemacht rauszukriegen, was das genau ist)
- ein Eligibility certificate vom MAHE (wieder keine Ahnung, was sich dahinter verbirgt; auf jeden Fall war auch dafür ein Brief vom MIC nötig)

So, ist allein ja schon ein netter Berg Papier, aber Indien wäre nicht Indien, wenn eine Ausfertigung reichen würde. Nein, alles muss in vierfacher Ausführung vorliegen.

Jerry hat mir darauf ans Herz gelegt doch lieber meinen Rückflug zu verschieben.
In völliger Panik also meinen Papa angerufen. Der hat mit Air India abgekaspert, dass ich am 6. Januar fliegen kann. Klingt einfach, ist es aber nicht. Denn zu der Zeit beenden glaube ich alle Inder, die in Amerika leben ihren Heimaturlaub. Somit stand ich ein halbes Jahr vorher auf der Warteliste. Am Ende hat aber doch alles geklappt und der ganze Aufwand bleibt mir erspart.
Ihr glaubt gar nicht, wie froh ich bin!

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